Irgendwas mit Wirtschaft // Studium

FAU Studium

Bald ist es wieder so weit. Anfang Oktober füllen sich die Universitäten und Fachhochschulen Deutschlands mit Studierenden verschiedenster Fachrichtungen. Ein Großteil von ihnen studiert sicher das: Irgendwas mit Wirtschaft. Pünktlich zum Semesterstart möchte ich also die Möglichkeit ergreifen und als Studentin eines Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften mal gründlich aufräumen – mit Vorstellungen, Vorurteilen und Visionen. Also, ran an die V-Wörter!

V wie Vorstellungen
Wer sich für ein Studium entscheidet, tut dies meist auch aus gutem Grund. Richtig? Fast richtig. Einige Studienrichtungen (und BWL gehört hier definitiv dazu) sind leider prädestiniert für Fälle wie „Ich weiß sonst nichts mit mir und meinem Abschluss anzufangen – dann studiere ich eben erst mal das.“ Wer mit zarten 20 Jahren noch keine genaue Vorstellung davon hat, wie der Rest seines Lebens aussehen soll, ist mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium auch nicht verkehrt, denn hier hält man sich die Möglichkeit für verschiedene Schwerpunkte im Studium und somit auch bezüglich der späteren beruflichen Karriere offen. Ein paar Gedanken sollte man sich zu seinem Studium dennoch machen, denn so erspart man sich ein böses Erwachen danach. Ein Blick ins Modulhandbuch lohn sich also definitiv – vor der Einschreibung! Schnell mal mit links das Studium absolvieren und danach Papis Firma übernehmen kann sich plötzlich als gar nicht so einfach erweisen, wenn man nicht mit der knallharten Statistikprüfung im dritten Semester gerechnet hat. Und Selbstfindung sieht vielleicht auch anders aus, als das dreihundertseitige Marketingskript auswendig zu lernen – oder mit hunderten Kommilitonen im Audimax das Sitzfleisch zu trainieren, die alle auf ihrem iPad tindern und für deine Demonstration gegen Massentierhaltung wenig Begeisterung zeigen.

V wie Vorurteile
Denn obwohl die Masse aller Studierenden gemeinhin schon gerne in eine Vorurteils-Schublade gesteckt wird (faul, politisch links orientiert, etc.), geht die Unterteilung hier eigentlich gerade erst los – Schubladenunterteilung ist angesagt (die Unterwäschetrenner der Studiengänge sozusagen). Studenten der sozialen Arbeit sind natürlich alle realitätsferne Pädagogen, Mathestudenten verkappte Genies und Mediziner uncool Streber. Wo steht der Wirtschaftsstudent in dieser Weltanschauung? Vermutlich irgendwo zwischen geldgeilem Karrieremenschen und verwöhnten Muttersöhnchen. Aber stimmt das? Aus jahrelangem Studium einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kann ich sagen – es gibt sie, die iPad-vernarrten Polokragenhochsteller, deren Lebenstraum es ist mit einem schneidigen Audi zu Papis Firma zu fahren, die später selbstredend übernommen wird. Was nicht der Auswertung des Lebenslaufs dient und auch sonst keine eigennützigen Vorteile verschafft ist out – schade eigentlich. Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen :) Aber sei gewarnt – für deinen politischen Tiereinsatz werden sich vermutlich wirklich die wenigsten begeistern (hier ist äußerstes Durchhaltevermögen angesagt sowie kein Zurückschrecken vor negativen Erfahrungen und Zurückweisung!). Wer auf der Suche nach engagierten und kreativen Köpfen ist, ist bei studentischen Organisationen und der Fachschaft an der richtigen Adresse (denn wo findet man engagierte Leute? Genau, beim Engagieren!).

V wie Visionen
Es soll sie geben – die Visionäre, die Träumer, die Begeisterten unter den Wirtschaftsstudenten (oft eher in kleineren Nebenfächern wie Volkswirtschaftslehre oder Wirtschaftspädagogik verborgen), die sich tatsächlich für die Inhalte des Studiums begeistern, vor den kniffligsten statistischen Methoden nicht zurückschrecken und sich sogar außerhalb der Vorlesungen mit der Materie beschäftigen (oder gar noch verwegener: darüber hinaus! Und die es sich tatsächlich in den Kopf gesetzt haben, ihr studentisches Dasein soll auch einem dienen: der Veränderung – der Veränderung von Studienbedingungen, von gängigen Business-Methoden, egal, der Welt!). Bist du einer von ihnen dann lass dir gesagt sein: Es ist verdammt noch mal cool, außerhalb der Vorlesungen mit seinen Kommilitonen über den Stoff zu diskutieren, Wirtschaftsbücher zu lesen, sich in studentischen Initiative zu engagieren, Studienbedingungen zu verbessern und zu alles und jedem eine Meinung zu haben (auch vor Professoren) und Dinge kritisch zu hinterfragen! Das sind Studenten, die die Welt braucht – auch in den Wirtschaftswissenschaften. Dabei macht es nichts, wenn du dich aus lauter Langeweile oder aus Ermangelung an Alternativen für das Wirtschaftsstudium entschieden hast – begeistert sein kann jeder!

Universität

Ich hoffe ich konnte euch mit meinen „drei Vs“ ein paar erste Einblicke in wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge vermitteln (dabei sei natürlich gesagt, dass diese Schilderungen allein auf meinen, subjektiv bescheidenen Eindrücken beruht). Wer trotz dieser (zugegebenermaßen etwas vorurteilsbehafteten) Ausführungen weitere Fragen hat – der darf sie gerne stellen. In den Kommentaren, per Mail, auf Instagram oder per Brieftaube. Denn Wirtschafts-Kate steht euch mit ihren langjährigen Erfahrungen aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Studentenleben mit Rat und Tat zur Seite! :)
And now – put your hands up for Wirtschaftswissenschaften!

3 thoughts on “Irgendwas mit Wirtschaft // Studium

  1. Hi! Morgen geht es los! Ich wollte zur Buchmesse eine kleine Whatsappgruppe gründen, weshalb es toll wäre, wenn du mir deine Handynummer per Mail schicken könntest.
    Liebe Grüße,
    Sanja :)

  2. Ich glaube dieses Schubladen-Denken gibt es wirklich für so gut wie jeden Studiengang. Ich selbst habe genügend Medizin- und Jurastudenten kennen gelernt (Dank engen Freunden die in der Richtung studieren lernt man dann ja doch einige kennen) und auch alles an Vorurteilen bestätigt gesehen. Und auch überhaupt nicht. Ich denke diese perfekten Beispiele trifft man im Vorlesungssaal wirklich. Aber so ist es ja mit allen Klischees im Leben. ;)

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